Am 6. Januar 2025 wurde ich 64 Jahre alt, und damit war ich die Hälfte meines langen Lebens als Wahrsagerin unterwegs. Mittlerweile hatte ich die Mittelaltermärkte aufgegeben, meinen eigenen Stand verkauft und Jutta, meine Schwester, war schon im vorherigen Jahr aus dem Marktgeschehen ausgestiegen.
Alles neu ….
Nun sollten also neue Möglichkeiten entstehen, und die hatten unmittelbar mit Emma zu tun. Ich baute ihr Innenleben jetzt so aus, dass sie auf einem Event stehen konnte und ich in ihr orakeln konnte. Das ist mir auch gelungen, schaut selbst:
Emma wird zum Orakelbus
Die Tücher außen werden mit Magneten am Metall befestigt, und innen habe ich eine magische Einrichtung geschaffen, die die Menschen sehr fasziniert. Der Platz, an dem das Orakel gemacht wird, ist liebevoll hergerichtet und bietet genug Sitzplätze auch für zwei Menschen.
Darum geht’s!
Wer jetzt Emma’s Schwelle übertritt, taucht ein in einen behüteten Raum, der wie eine sanfte Umarmung wirkt – ein Ort, an dem die Seele zur Ruhe findet und die Welt draußen für einen Augenblick verstummt. Wie ein stiller, leuchtender Kreis, der sich magisch in einen größeren schmiegt, zeigt sich hier ein Rückzugsort, ein fast zeitloser Platz, an dem der Mensch durchatmen und die Gedanken fliegen lassen kann, beinahe so, als hätte die Ewigkeit ein kleines Versteck gebaut.
Emma’s vordere Reifen waren einseitig abgefahren, also brauchte Emma noch einmal neue Reifen vorne, hier sieht man das Ergebnis. Zusätzlich war es notwendig, die Spur einzustellen. Da die Spurstange aber am Ende war, was sich beim Werkstattbesuch anlässlich des TÜVs herausstellte, wurde sie ersetzt. Auch die Lenkstange musste ausgetauscht und die Bremsen nachgezogen werden.
Diesmal wurde also der TÜV-Besuch leider sehr teuer, und ich bin dankbar dafür, dass ich eine Sponsorin gefunden hatte, die mich in dieser Angelegenheit unterstützt hat. Vielen lieben Dank nochmal dafür!
Emma’s hintere linke Ecke hat es mir schon immer angetan, hier ein Foto davon, wie ich sie einfach verklebte, weil sie wieder mal defekt war … Sie war grundsätzlich sehr gefährdet beim Rückwärtsfahren ohne Kamera, denn diese Stelle sieht man nicht gut mit den Außenspiegeln.
Weil es nicht so auffiel, konnte ich so eine Weile rumfahren damit. Aber es war nur eine Frage der Zeit …
Der Job ihres Lebens!
Emma mit Anhänger
Und dann hatte Emma in Waiblingen einen ganz wichtigen Job: Sie musste einen 3 Tonnen schweren Anhänger eines mittelalterlichen Marktzubers auf einen Parkplatz außerhalb des Veranstaltungsgeländes bringen … Das schaffte sie natürlich mit Bravour, allerdings war ich danach nassgeschwitzt!
Gemütlich geht auch …
Urlaub mit Freunden
Und dieses Jahr schafften wir es tatsächlich, einfach mal mit Freunden ein bisschen zu relaxen, auf einem Platz im Schwarzwald. Freija war auch ganz begeistert 🙂
Die hintere Ecke wird repariert
Hier die Reparatur des Lichts…
Zweimal hatte ich mir das Licht geschrottet, und zweimal gute 100 € allein für die Ersatzteile ausgegeben. Die Reparatur kostete extra, aber für den TÜV musste es natürlich gemacht werden. Inzwischen hab ich eine Kamera, so dass dieses Thema nicht mehr so kompliziert ist.
In diesem Jahr hat Emma’s Servolenkung plötzlich ziemlich gesponnen und dann auch den Geist aufgegeben. Sie musste also ausgetauscht werden, und dadurch kam ich mit dem „Gorilla-Park“ in Mecklenburg-Vorpommern das erste Mal in Kontakt. Dort werden hauptsächlich solche Busse wie Emma repariert und auch teils wieder auf- oder ausgebaut bzw. wieder hergestellt. Der Inhaber hat sich diesen Bussen verschrieben und besorgt entsprechend auch Ersatzteile, die sonst nirgends zu finden sind. Er schickte mir eine aufbereitete, gebrauchte Servopumpe, die wesentlich günstiger war als eine neue, und die vor Ort eingebaut werden konnte. Leider hab ich dazu keine Bilder gemacht.
Emma war jetzt mein Fahrzeug, mit dem ich immer und überall unterwegs war, von Markt zu Markt, von Veranstaltung zu Veranstaltung und auch sonst. Manchmal stand ich einfach irgendwo in einem Wald und übernachtete dort, es war einfach richtig schön, sich so frei irgendwo aufzuhalten und das eigene Schneckenhaus dabeizuhaben.
Der erste Schubladenschrank
Mein erster Schubladenschrank, selbst veredelt
Ich hatte den ersten Schrank erworben, ein gebrauchter Vollholz-Kiefer-Schubladenschrank. Er sah schrecklich aus und war auch nicht mehr ganz in Ordnung, aber ich baute ihn mit Hilfe von Martin um, einem befreundeten Schreiner, der auch andere Wohnmobileinbauten mit anderen Leuten zusammen machte. Er zeigte mir, welche Schließmechanismen für Wohnmobile geeignet sind, und so baute ich diese Knöpfe ein. Davor war da nur die üblichen Holzgriffe, die natürlich untauglich waren, wenn ich mit der Emma unterwegs Kurven fahren wollte. Dazu musste es für mich aber auch schön sein, nicht nur funktionell, also kam die Farbe drauf… Man sagt, dieser Schrank würde vierfach lachen ::-))))
Emma’s Schönheitsreparatur
Emma bearbeiten
Emma bearbeiten
Wer mich kennt weiß, wie viel Angst ich vor Höhe habe. Allerdings hat ein freundlicher Nachbar mir ein Gerüst zur Verfügung gestellt, deshalb hat das hier ganz gut geklappt, nach anfänglichen Schwierigkeiten. Ich konnte bald recht ruhig da oben sitzen und den Rost in Emma’s Oberstübchen mit Owatrol ein bisschen in den Griff kriegen .
Freija und Emma
Und so ganz langsam war auch Freija einigermaßen zufrieden, wenn wir mit Emma unterwegs waren. Sie hatte von Anfang an Angst, Emma war nicht ihre Freundin! Ich nehme an, es ist der Lärm, den Emma beim Fahren so macht, denn das ist schon erheblich. In diesem Jahr aber gewöhnte sich Freija daran, und sie konnte bei längeren Fahrten auch schon in ihrer inneren Hundehütte schlafen…
Größere Aktion mit Rostentfernung
Rost wurde zum TÜV-Problem
Leider kam Emma dann in diesem Jahr wieder nicht einfach so durch den TÜV. Es hatte sich sogar ein Rostloch gebildet am Radlauf, so dass wirklich richtig daran gearbeitet werden musste. Zum Glück hatte ich wieder einen lieben Bekannten, der mir das Ganze fachmännisch wieder beheben konnte. Emma sah danach wieder ganz gesund aus, und auch Freija war sehr zufrieden mit der Arbeit!
Der TÜV und Emma von unten
TÜV
Der TÜV hatte dann nur noch Kleinigkeiten, und in der Grube der Werkstatt konnte ich dann Emma mal unter den Rock gucken … Es ist schon faszinierend, wie so ein riesiges Gefährt von unten aussieht. Jedenfalls hat sie mich wieder mal ganz für sich eingenommen!
Neue High-Heels für Emma
Reifen
Und dann gab’s noch neue Reifen auf die Vorderachse, denn das waren nur Sommerreifen bisher, und deshalb für den Winter überhaupt nicht geeignet. Seitdem hat sie Allwetterreifen auf beiden Achsen!
Motorprobleme mitten im Winter
Motorprobleme
Dann war ich mal im Winter unterwegs mit Emma … und plötzlich fing sie an zu husten und zu bocken, und blieb einfach stehen!
Ich musste den ADAC rufen, der uns dann auf einen Parkplatz in der Nähe schleppte. Dort konnte der liebe Freund, der schon den Rost am Radlauf beseitigt hatte, dann die Emma wieder zum Fahren bewegen. Der Dieselfilter war leider total verstopft und musste gewechselt werden.
Nach diesem aufregenden Jahr machte ich mit dem Innenleben weiter!
Ich fing an, die Einrichtung zu verändern. Der Kleiderschrank sollte sich in einen Schubladenschrank verwandeln, und daneben sollte nochmal ein Schubladenschrank eingebaut werden. Dafür war das Regal über dem Tisch und das Bett darunter entfernt worden, und das Bett im hinteren Bereich wurde verkleinert. Für den Umbau hatte ich glücklicherweise einige Freunde, die mich tatkräftig unterstützten.
Und dann gab es einen kleinen Unfall! Schon 2020 hatte ich mir das hintere Kennzeichen abgerissen, als ich durch eine zu niedrige Unterführung fuhr. Das wurde dann gleich wieder behoben, so dass es erstmal in Ordnung war. Aber 2021 riss ich es mir leider gleich ganz ab, so musste mein Sohn mir das Teil erst abbauen, abschleifen und schweißen, und dann auch noch lackieren. Dadurch ist jetzt die Höhe glücklicherweise soweit verringert, dass es wieder zum Gesamtbild passt!
Und dann waren wir wieder bei Freunden im Schwabenland unterwegs ..
Und der TÜV hatte auch was zu bemängeln:
Der Spiegel war gesprungen, der musste ersetzt werden. Dabei lernte ich, dass ein Ersatzteil für so ein altes Gefährt nicht ganz einfach zu finden ist …
Aber es war machbar, und seitdem weiß ich, wo ich suchen muss, wenn ich zu „normalen“ Preisen etwas für meine alte Lady brauche.
Nachdem ich Emma in der Nähe von Berlin abholen konnte, war erstmal eine kurze Pause angesagt. Dann wurde sie am letzten Tag vor dem C-Viren-Lockdown gerade noch so angemeldet, und dann ging es los.
Die Einrichtung ließ ich erstmal so, wie meine Vorgänger sie gestaltet hatten. Ich musste mich erst an das Fahren mit meiner dicken Emma gewöhnen, und das war nicht ganz einfach. Deshals gab es zunächst mal nur einige kleinere Ausflüge ins Umland, zum Anfreunden und Ausprobieren. Wir waren in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Richtung Kassel unterwegs, immer mal ein paar Kilometer hin und zurück. Und dann war ich auch mal in meiner „alten Heimat“, im Schwabenland, und habe Familie und Freunde besucht. Danach durfte Emma aber auch mal nach Bayern fahren, und endlich, im September 2020, gab es die erste längere Reise, mit allen mehr oder weniger seltsamen Gegebenheiten, die die Mikrobenkrise mit sich brachte.
Es ging nach Hamburg, dort konnte ich Emma eine Weile am Stadtpark stehen lassen. Das Café Cloudette war der ursprüngliche Anlaufpunkt, und dort war ich auch eine Woche lang, unter anderem auch zum Orakeln. Und Freija und ich erkundeten den Stadtpark, hier ein paar Bilder davon, seltsamerweise hab ich nicht viele gemacht…:
Und nach einem Besuch in der Innenstadt von Hamburg machte ich mich dann auf den Weg in Richtung Berlin, zu den ehemaligen Besitzern von Emma…
Und seit Ende 2020 sind wir wieder mehr im Süden Deutschlands unterwegs!
… hieß sie „Blue Mule“ und lebte in einem Vorort von Berlin. Ganz zu Anfang, gleich nachdem sie vom Band gekrochen war, kam sie zu den „Wasserwerken in Berlin“, denen sie eine ganze Weile treu diente. Als Blue Mule wurde sie umgebaut zu einem Wohnmobil.
So kamen wir zusammen…
Lange schon hatte ich den Wunsch nach einem Bus, in dem ich auch -zumindest zeitweise- wohnen könnte. Als mein Mann Wolfgang noch lebte, hatten wir uns einige interessante Exemplare angesehen. Aber sie waren immer jenseits von gut und böse, was den Zustand betraf, und dennoch immer viel zu teuer. So rückte dieser Traum erstmal eine Weile in den Hintergrund, als ich nach Wolfgang’s Ableben eine Weile allein für mich unterwegs war.
2019 zog ich dann nach Nordrhein-Westfalen, an die Grenze zu Niedersachsen. Dort hat sich mein Leben vollständig verändert. Zunächst trat meine süße, wilde und sehr eigensinnige Hündin „Freija“ in mein Leben. Und dann kam zu meiner riesigen Freude endlich auch die Chance auf einen wirklich passenden Bus, nämlich diesen Mercedes-Bus 609D. Ich war sofort schockverliebt und setzte alle meine Hebel in Bewegung, es sollte aber nicht so einfach sein. Die Finanzierung sag nicht gut aus, ich hatte gerade mal die Hälfte des Kaufpreises und sah keine Chance auf den Rest. So sah es also erstmal so aus, als wäre es unmöglich, diesen Traum zu verwirklichen.
Aber plötzlich gab es eine Möglichkeit, mit der ich Unterstützung erhielt… Glücklicherweise hatte eine Crowdfunding-Aktion unter Freundinnen, Freunden und Bekannten dafür gesorgt, dass der Rest zusammengekommen ist! Ich konnte mein Glück kaum fassen!!!
Und dann, am 9. März 2020, genau einen Tag vor dem Viren-Lockdown der öffentlichen Verwaltung des Ortes, wurde der Bus auf mich angemeldet!!! Hier könnt ihr den Film über den Bus sehen, und ihr hört sicher auch die erstaunte Freude in meiner Stimme 🙂
Hier ein Bild mit dem ehemaligen Eigentümer (unkenntlich gemacht), dem ich sehr dankbar für meine Emma bin. Ihn und seine Frau hab ich dann kurz danach nochmal besucht… Er hat Emma gleich mal kräftig geputzt, damit die Lichter auch richtig leuchten konnten, und freute sich, dass alles so gut lief mit uns.